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Gehen. Einfach die Zeitung aus der Hand legen, vom Sofa aufstehen, den Mantel überziehen, Frau und Kinder liebevoll, aber wortlos zum Abschied küssen und aus dem Haus gehen. Kurz innehalten vor dem Eintauchen in die Dunkelheit, die kalte Luft einsaugen, die leere Straße hinunter, dann links abbiegen, und einfach weitergehen. Geradeaus.
Die eigenen Schritte hören, allein sein, den Rhythmus des Gehens spüren, die Luft, die Nacht. Gehen.
Nicht weglaufen vor etwas, sich nicht aus einer Welt stehlen, nicht Menschen verlassen oder die Flucht ergreifen. Nein, kein negativer Antrieb. Sondern das Wahrnehmen eines menschlichen Urbedürfnisses. Zu gehen. Allein zu sein. Zu entdecken. Zu suchen – nicht unbedingt zu finden! Verantwortung nur für sich selbst zu tragen. Vorwärts zu kommen, allein, aus eigener Kraft.
Aber vor allem: zu gehen.

Schickt mir das Buch!
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Markus Zohner hat seine Wanderung auf Mittelformat – Film (6 x 7) photographisch dokumentiert. Aus den Aufnahmen ist eine Photoausstellung mit über 120 Abbildungen, Karten und Beschreibungen entstanden, die bislang in Österreich, Italien und Ungarn gezeigt worden ist, zuletzt auf der Burg Sasso Corbaro in Bellinzona über 3’000 Besucher empfangen durfte und weiterhin durch Europa reist.

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Die Idee zu dieser Reise entstand, wie meist bei derartigen Unternehmungen, aus einem Traum. Allein, aus eigener Kraft und nur für sich selbst verantwortlich, weit zu gehen. Oft werde ich gefragt: „Warum hast Du das gemacht?“ oder: „Was war der wirkliche Grund Ihres Aufbruchs?“ Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich weiß es nicht. Außer, dass es eben diesen Traum gab, der immer klarer und präsenter geworden ist, und der, je mehr ich mich mit den einzelnen Ländern, mit der Bernsteinstraße und ihrer Geschichte beschäftigt habe, immer konkretere Formen angenommen hat. Eineinhalb Jahre vor Aufbruch habe ich begonnen, diese Träume ernster zu nehmen und ihnen Umrisse zu geben.
Immer mehr konzentrierte ich mich bei meinen nächtlichen Traumexpeditionen über die Landkarten auf Europa, und dann immer mehr auf den für mich faszinierendsten Teil des Kontinents – sodass ich irgendwann zwangsläufig auf die Bernsteinstraße stieß. Sie verläuft genau durch die Länder und Gegenden, die mich besonders interessierten.
Häufig haben mich Menschen denen ich begegnet bin, gesagt: „So etwas würde ich auch gerne machen!“ Auf meine Rückfrage, wo das Problem sei, gehen könne ja so gut wie jeder, kamen tausend Antworten. Die Familie, die Arbeit, das Haus, der Betrieb, das Alter, und was nicht alles. Und so manches Mal habe ich mich dann gefragt, ob wir nicht arbeiten, Häuser kaufen und Lebensversicherungen abbezahlen, damit wir unsere Träume nicht verwirklichen müssen.

 

Karte Bernsteinstrasse Zohner Resch
Karte: Richard Resch, Graz

 Markus Zohner zu Gast in einer Talkshow bei Journalist Michele Fazioli, Ascona, Teatro del Gatto, 17. Oktober 2013:

 
 

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Markus Zohner: Zu Fuss von Venedig nach St. Petersburg – Die Wiederentdeckung der Bernsteinstrasse

Release Date : February 28, 2014
Artist : Markus Zohner Arts Company